WiF   -  Wiener Forum  -  19.1.2008

Sag später nicht, Du hast davon nichts gewußt!
 
 EU und Peak Oil - Stellungnahmen
  

Energiekommissar Andris Piebalgs hat die Aufmerksamkeit auf das ‚übersehene’ Problem der schwindenden Ölreserven gelenkt. Diese stehen mit einer rapide steigenden und noch nie da gewesenen Weltnachfrage in Zusammenhang. Piebalgs äußerte sich hierzu im Vorfeld der Vorlage eines lang erwarteten Pakets an Gesetzesvorschlägen der Kommission für Energie und Klimawandel.

 

Die doppelte Herausforderung des Klimawandels und der Versorgungssicherheit führe zu dem Schluss, dass die EU nicht an ihrem „alten, fossilen Energiesystem“ festhalten könne, so Piebalgs weiter.

Er verwies auf unterschiedliche Prognosen über den genauen Zeitpunkt, wann der Höchststand der Ölproduktion erreicht sei. Laut einiger Experten werde dies in 20 Jahren soweit sein, andere sind der Meinung, die Welt habe die maximale Produktion bereits erreicht.

Indem er die Ernsthaftigkeit des Problems hervorhob, führte Piebalgs an, dass die Ölkrise der 1970er Jahre eine Diskrepanz zwischen Ölversorgung und -nachfrage darstellte, die lediglich fünf Prozent betrug. In einem Szenario für die Zeit, nachdem das Ölfördermaximum erreicht wurde, würde die Kluft zwischen Versorgungskapazität und Nachfrage um jährlich vier Prozent steigen, was innerhalb von fünf Jahren zu einer 20-prozentigen Kluft führen würde.

Andris Piebalgs:

  • Wir können nicht an unserem alten, fossilen Energiesystem hängen bleiben.
  • Erstens: erneuerbare Energie. Manche sagen, es sei zu ehrgeizig, oder zu teuer. Ich sage: im Gegenteil. Wir können es uns nicht leisten, es nicht zu machen. Die Zeichen sind überall sichtbar, ob es nun im Ölpreis ist, oder in den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel. Uns bleibt nicht viel Zeit, die Energieherausforderungen anzugehen. 20% erneuerbare Energie bedeutet 20% Versorgungssicherheit – ein strategischer Beitrag zur Lösung dieses Problems.
  • Andererseits ist es wichtig, dass wir den Mitgliedstaaten nicht die Kontrolle über ihre Erneuerbaren-Förderprogramme wegnehmen(siehe aktuelle Debatten über EE-Zertifkatshandelssystem!).
  • Jeder Haushalt soll selbst einen Beitrag zur Stromerzeugung leisten können, also sowohl Strom ins Netz einspeisen als abnehmen. (siehe aktuelle Diskussion über das Ökostromgesetz)
  • Der zweite wichtige Bereich ist Energieeffizienz.
  • Technologien zur Kohlenstoffausscheidung (wer glaubt da nicht an EE bzw. folgt den Szenarien der IEA, wonach Kohle weiterhin Bedeutung haben wird?), Rahmenbedingungen für Kohlenabtrennung und -speicherung schaffen, und die den Startschuss geben für den Bau von bis zu 12 industriellen Demonstrationsanlagen vor 2015.
  • neue Generation von Fahrzeugen - außerdem, davon ausgehend dass diese Technologien auf Wasserstoff oder Elektrizität basieren werden, etwa doppelt so viel Elektrizität wie heute. (Wir brauchen andere Raumstrukturen (Verkehr vermeiden, verlagern), auch hier haben wir Experten in Wien - mehr Unterstützung bitte sehr! Weg mit den Bremsern!
  • sogenannten vierten Korridor, der Gas aus der kaspischen Region (neue Abhängigkeiten)
  • Die Zusammenarbeit mit China bei sauberer Kohle ist ein weiteres Beispiel. 2005 haben wir eine gemeinsame Initiative zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung durch Kohlenstoffausscheidung und –speicherung gestartet

    http://www.lifeaftertheoilcrash.net/

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IEA: Juli 2007

Die weltweiten Ölversorgungen werden schneller zurückgehen als erwartet, unter anderem aufgrund des schnell wachsenden Verbrauchs in China und im Nahen Osten sowie schrumpfenden Produktionskapazitäten. Dies führt zu weiteren Preissteigerungen, die der Weltwirtschaft schaden könnten, warnte die Internationale Energieagentur.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde die Welt mit einer ‚Ölversorgungskrise’ konfrontiert werden, wenn die Nachfrage das Produktionswachstum von Nicht-Opec-Staaten überschreite. Dies hat die IEA in einem mittelfristigen Bericht über den Ölmarkt am 9. Juli 2007 festgestellt.

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