WiF -
Wiener Forum - 21.03.2007
Ökologische Effizienz
Stellen sie sich zwei
Volkswirtschaften vor: Die eine ersetzt jeden
menschlichen Arbeitsschritt durch eine Maschine, die viel Strom
oder Benzin frisst. Hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Und viel Verkehr,
weil Wohnen, Arbeiten und Produzieren weit von einander getrennt
sind. Die Energie muss teuer importiert werden, was die Handelsbilanz
gleichermaßen belastet wie die globale Sicherheit. Die andere
Volkswirtschaft versucht nur solche Arbeitsschritte durch Maschinen
zu ersetzen, die sinnvoll sind, wenn sie ersetzt werden, wo stupide
oder gesundheitsschädigende Arbeit rationalisiert werden kann.
Gleichzeitig legt sie auf die möglichst effiziente Verwendung von
Ressourcen Wert, um anderen, Ländern keine Rohstoffe und
zukünftigen Generationen keine Lebenschancen wegnehmen.
Produktivität Die Innovation
verlagert sich von der Arbeitsproduktivität
auf die Ressourcenproduktivität. Dadurch entstehen mehr sinnvolle
Arbeitsplätze, die Transportwege verkürzen sich Wohnen, Arbeiten,
Produzieren und Recyclieren finden räumlich wieder integrierter statt.
In welcher der beiden Wirtschaften wollen Sie leben? Eben. Die
Schlüsselfrage ist, ob wir rechtzeitig die Weichen neu stellen und
unsere Kreativität umpolen oder ob wir tatenlos auf eine bruch- und
schmerzhafte Veränderung warten. Der Klimawandel ist eine große
Chance, „wirtschaften“ wieder wörtlich zu nehmen, nämlich „Haus zu
halten“ mit den Resourcen. Höhere Lebensqualität wird der Lohn sein.
VON CHRISTIAN FELBER
leser@kurier.at
zurück mit Browsertaste