WiF   -  Wiener Forum  - 23. 3. 2010

PRESSEAUSSENDUNG
 
Häupl auf FPÖ-Kurs
 
In Sachen Donaubrücke von der Lobau nach Schwechat bestehen zwischen den möglichen Plänen der Wiener SPÖ und FPÖ keine wesentlichen Unterschiede. 
 
"Man baut keine Brücke über den Nationalpark. Das ist mein letztes Wort," damit spricht der große Chef von Wien, Michael Häupl (Der Standard, 20./21.3.10) vollmundig und mit dem ganzen Gewicht seiner Persönlichkeit um die Bürger zu beruhigen. Durch einen Artikel im "Standard" (16.3.2010) ist allerseits Unruhe ausgebrochen und viele fragen sich, was denn tatsächlich zu erwarten sei, wenn es da heisst: "Als offenes Geheimnis, das erst nach der Wiener Gemeinderatswahl gelüftet werden soll, gilt in Regierungskreisen, dass der Lobautunnel (...) durch eine Brücke ersetzt wird." (Der Standard, 16.3.10).
 
Rasch befleißigt sich auch Stadtrat Rudolf Schicker laut APA (16.3.10) : "Die Stadt Wien lehnt den Bau einer Brücke über den Nationalpark Lobau im Zuge der S1-Verbindung zwischen Schwechat und Süßenbrunn weiterhin ab." Damit beteuert er, dass mit hundertprozentiger Sicherheit der Bau einer Brücke über den Nationalpark auszuschließen ist. Er betont, dass der Nationalpark durch das Autobahnprojekt nicht gefährdet werden dürfe. Die FPÖ begrüßt von vornherein die ASFINAG-Pläne, wonach die "sündteure Untertunnelung der Donau beim Knoten Schwechat zugunsten einer Brücke abgeändert werden soll." (APA, 16.3.10). Was die Lobau angeht, hält auch die FPÖ an einer Untertunnelung fest.
 
Achtung Falle!
Die Formulierungen von Häupl und Schicker sagen zwar verbindlich, dass keine Brücke über die Lobau kommt und der Nationalpark untertunnelt wird. Aber die Grenze des Nationalparks verläuft entlang der Donau und beim Tanklager Lobau sogar ein Stück weiter nördlich. Gegen eine Brücke von dort weg über die Donau gibt es keinesfalls eine verbindliche Zusage der beiden Herren. Man muss annehmen, dass sie Gründe dafür haben. Eine solche Bauvariante ist bereits vor einigen Jahren zur Debatte gestanden, einfach aus Kostengründen. Nun stellt sich heraus, dass der Bund das nötige Geld nicht zur Verfügung hat und die Straßenbaugesellschaft Asfinag nicht ins Unendliche Schulden machen kann, für die Sie dann die Zinsen nicht mehr zahlen kann. Mit einer Explosion der Kosten für das Tunnel- und Brückenabenteuer ist ohnehin zu rechnen. Also wird gespart in Sachen Lebensqualität und Umwelt. Mit einem Wort: Es gibt keine sinnvolle Variante der Lobauautobahn. Sie ist ein ökologischer Supergau und ein wirtschaftspolitischer Unsinn, sie rechnet sich nicht.
Georg Hartl

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