Konsequenzen aus
Kopenhagen 2009
Österreich soll wieder zum
Umweltmusterland werden, als das es einmal mehr
oder wendiger berechtigt gegolten hat. Das
bringt mehr Arbeitsplätze und kommt billiger als
dass wir uns am Bau sinnloser Autobahnen
finanziell ausbluten.
Die Bilanz des Jahres 2009 ist wohl dürftig:
Kein verbindlicher Vertrag am Ende
der Kopenhagener Klimakonferenz zur Reduktion
der Treibhausgase, Österreich hat noch immer
kein Klimaschutzgesetz und die Asfinag rechnet
uns schon im Vorhinein eine Kostenexplosion beim
Autobahnbau vor. Wie wird die Rechnung erst im
Nachhinein ausschauen? Man denke an Skylink und
andere Großprojekte.
Nachdem die Politiker versagt haben, sind wir
Bürger an der Reihe, den Karren aus dem Dreck zu
ziehen. Das wird leichthin so gesagt, wobei
selbst Politiker gerne moralisieren und betonen,
wie sehr jeder seinen persönlichen Lebensstil
überdenken und ändern soll, um Energie und damit
Emissionen einzusparen. So sehr dies richtig
ist, müssen wir uns aber im Klaren sein, daß
damit alleine das Klima nicht zu retten ist. Es
müssen auch die entsprechenden politischen
Rahmenbedingungen geschaffen werden. Konkret,
z.B.: Die Milliarden dürfen nicht in sinnlose
Autobahnen und Tunnels gesteckt werden sondern
müssen für die Entwicklung nicht fossiler
Energiequellen, Wärmedämmung, öffentlicher
Verkehrsmittel etc. investiert werden.
Wie geht's weiter?
Wie können wir Bürger die notwendigen Maßnahmen
herbeiführen? Bei aller Verfilzung von Politik,
Medien und Teilen der Wirtschaft, die
teilweise bereits als Wirtschaftsdiktatur zu
bezeichnen ist, festzuhalten, daß wir immer
noch in einer Demokratie leben und noch einen
gewissen Spielraum haben, den es zu nutzen gilt.
Die Bürgergesellschaft muß ihr Aktionsfeld um
eine Ebene erhöhen: Demonstrationen dürfen nicht
länger nur etwas für einige Grüppchen von
Idealisten sein. Die Straße als Raum der freien
Meinungsäußerung und Demonstrationsplatz muß auch
für "Normalbürger" ein selbstverständlicher Ort
der Aktion sein. Wir leben nicht mehr in einer
Zeit der Gemütlichkeit, nach alldem, was uns die
Politiker eingebrockt haben. Sämtliche
Möglichkeiten der direkten Demokratie, die es in
Österreich zwar nur ansatzweise gibt, sind
öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Z. B. ist ein
Volksbegehren gegen den Bau der Lobauautobahn
und für ein neues Verkehrskonzept notwendig, in
dem der Autobahnbau auf das notwendige Minimum
beschränkt wird. Wenn sich eine große Anzahl
damit solidarisiert, kann die Politik nicht
darüber hinweg gehen. Die Möglichkeiten sind
also längst nicht alle ausgeschöpft. Motivation,
Kreativität sind gefragt.
Weihnachten trotz
allem
Trotz aller Widerlichkeiten wird es Weihnachten.
Das Fest soll uns daran erinnern, dass die Welt
nicht nur den Widerlichkeiten ausgeliefert ist,
sondern dass durch Menschen, die dazu bereit
sind, immer wieder auch positive Schritte
gesetzt werden in Richtung mehr Frieden
und echter Lebensqualität. In diesem Sinne
wünsche ich Ihnen frohe Festtage und alles Gute
für das neue Jahr.
Termin zum
vormerken:
Am Dienstag 19 Jänner, 19.00
Uhr veranstaltet die BI "Rettet die Lobau"
einen Info-Abend mit Podiumsdiskussion zu den
geplanten Autobahnen im Nordosten Österreichs, im
Pfarrsaal in Eßling, 1220, Eßlinger Hauptstraße
79. Details bald unter:
www.lobau.org