WiF   -  Wiener Forum  - 30.11.2009

Raus aus der Defensive!
"Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir die Zukunft unserer Kinder," sagt Umweltminister Niki Berlakowitsch (Pressestunde, 29.11.) und räumt gleichzeitig ein, dass Österreich das Kyoto-Ziel zur Verringerung des Schadstoffausstosses insbesondere wegen der Abgase des Straßenverkehrs nicht erreicht. "Wir müssen rasch genug die Trendumkehr hin zu einer kohlenstoff- und ressourcenärmeren Wirtschaft und Energieversorgung schaffen," schreibt Franz Fischler, ehemals EU-Kommissar (Der Standard, 29.11.). Schön, sogar übermäßig schön klingen diese Worte und klingen doch völlig hohl, da diesen Herren die Entschlossenheit fehlt, in der Klimapolitik das Ruder herumzureißen, wie es angesichts der Lage Österreichs und der gesamten Welt jetzt notwendig wäre.
 
Vom Reden zum Handeln!
Wie kann ein Land so dumm sein und unter den gegebenen Umständen an einem Bauwerk wie dem Lobautunnel fest halten? Seit etwa fünf Jahren ist das Verkehrsaufkommen in Wien rückläufig - also nicht erst durch die Wirtschaftskrise. Investitionen in Öffentliche Verkehrsmittel oder in das niederrangige Straßennetz (z.B.lokale Umfahrungen) bringen bei gleichen Ausgaben fast doppelt so viele Arbeitsplätze wie der Autobahn- bzw. Tunnelbau. Die EU zahlt nichts zum Lobautunnel, obwohl er Teil einer ausgesprochen Transitroute ist. Die Wirtschaftskrise zeigt uns außerdem, dass es kein unendliches Wirtschaftswachstum gibt, insbesondere das Verkehrsaufkommen steigt nicht ins Unendliche, wie dies viele Planer aber auch "Normalbürger" bisher geglaubt haben.
 
Unnötig und teuer
"Pause (in Wien) bis mindestens 2018! Dann soll der Lobau-Tunnel fertig werden, an dem schon heute kein gutes Haar mehr gelassen wird. Er ist ein unnötig teures Projekt, das durch die forcierte neue S8 - also eine direkte Verbindung nördlich von Wien durch das Marchfeld nach Bratislava - völlig überholt ist. Der 'böse' Transitverkehr ist nämlich gar nicht da und kein Mensch muss dann mehr über die Donau, wenn er nach Osteuropa will" (auto touring - das ÖAMTC Magazin, 12/2009). Selbst die große Lobby-Organisation für die Autofahrer ist dagegen!
 
Wege aus der Sackgasse
Jutta Matysek, Sprecherin der überparteilichen Bürgerinitiative "Rettet die Lobau" fordert "einen Bau- bzw. Planungsstopp für alle geplanten Autobahnen. Diese sollten nicht nur neu berechnet sondern ihre Sinnhaftigkeit von Grund auf hinterfragt werden. Sie schaden mehr als sie nutzen und sollten  sinnvollen, nachhaltigen Verkehrslösungskonzepten wie Ausbau von Bahn, öffentlichen Verkehrsmitteln ...Platz machen."

Georg Hartl
 
 
Termin zum vormerken:
Am Dienstag 19 Jänner, 19.00 Uhr veranstaltet die BI "Rettet die Lobau" einen Info-Abend mit Podiumsdiskussion zu den geplanten Autobahnen im Nordosten Österreichs, im Pfarrsaal in Eßling, 1220, Eßlinger Hauptstraße 79. Details bald unter: www.lobau.org 

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