Raus aus der Defensive!
"Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir die Zukunft unserer
Kinder," sagt Umweltminister Niki Berlakowitsch (Pressestunde,
29.11.) und räumt gleichzeitig ein, dass Österreich das
Kyoto-Ziel zur Verringerung des Schadstoffausstosses
insbesondere wegen der Abgase des Straßenverkehrs nicht
erreicht. "Wir müssen rasch genug die Trendumkehr hin zu einer
kohlenstoff- und ressourcenärmeren Wirtschaft und
Energieversorgung schaffen," schreibt Franz Fischler, ehemals
EU-Kommissar (Der Standard, 29.11.). Schön, sogar übermäßig
schön klingen diese Worte und klingen doch völlig hohl, da
diesen Herren die Entschlossenheit fehlt, in der Klimapolitik
das Ruder herumzureißen, wie es angesichts der Lage Österreichs
und der gesamten Welt jetzt notwendig wäre.
Vom Reden zum Handeln!
Wie kann ein Land so dumm sein und unter den gegebenen Umständen
an einem Bauwerk wie dem Lobautunnel fest halten? Seit etwa fünf
Jahren ist das Verkehrsaufkommen in Wien rückläufig - also nicht
erst durch die Wirtschaftskrise. Investitionen in Öffentliche
Verkehrsmittel oder in das niederrangige Straßennetz (z.B.lokale
Umfahrungen) bringen bei gleichen Ausgaben fast doppelt so viele
Arbeitsplätze wie der Autobahn- bzw. Tunnelbau. Die EU zahlt
nichts zum Lobautunnel, obwohl er Teil einer ausgesprochen
Transitroute ist. Die Wirtschaftskrise zeigt uns außerdem, dass
es kein unendliches Wirtschaftswachstum gibt, insbesondere das
Verkehrsaufkommen steigt nicht ins Unendliche, wie dies viele
Planer aber auch "Normalbürger" bisher geglaubt haben.
Unnötig und teuer
"Pause (in Wien) bis mindestens 2018! Dann soll der Lobau-Tunnel
fertig werden, an dem schon heute kein gutes Haar mehr gelassen
wird. Er ist ein unnötig teures Projekt, das durch die forcierte
neue S8 - also eine direkte Verbindung nördlich von Wien durch
das Marchfeld nach Bratislava - völlig überholt ist. Der 'böse'
Transitverkehr ist nämlich gar nicht da und kein Mensch muss
dann mehr über die Donau, wenn er nach Osteuropa will" (auto
touring - das ÖAMTC Magazin, 12/2009). Selbst die große
Lobby-Organisation für die Autofahrer ist dagegen!
Wege aus der Sackgasse
Jutta Matysek, Sprecherin der überparteilichen Bürgerinitiative
"Rettet die Lobau" fordert "einen Bau- bzw. Planungsstopp für
alle geplanten Autobahnen. Diese sollten nicht nur neu berechnet
sondern ihre Sinnhaftigkeit von Grund auf hinterfragt werden.
Sie schaden mehr als sie nutzen und sollten sinnvollen,
nachhaltigen Verkehrslösungskonzepten wie Ausbau von Bahn,
öffentlichen Verkehrsmitteln ...Platz machen."
Georg Hartl
Termin zum vormerken:
Am Dienstag 19 Jänner, 19.00 Uhr veranstaltet
die BI "Rettet die Lobau" einen Info-Abend mit Podiumsdiskussion
zu den geplanten Autobahnen im Nordosten Österreichs, im
Pfarrsaal in Eßling, 1220, Eßlinger Hauptstraße 79. Details bald
unter:
www.lobau.org