Angesichts einer weltweiten jährlichen Überproduktion von 20 Millionen
Autos nicht am notwendigen "Umbau der Produktion" und an der
Entwicklung neuer Konsum- und Lebensweisen zu arbeiten, bezeichnet
Ulrich Brand als "Realitätsverweigerung." Die gegenwärtige
Wirtschaftskrise nur als Konjunkturkrise zu sehen, greife viel zu
kurz, meint der Wiener Univ.-Prof. für Internationale Politik. "Es
wird nichts mehr, wie es einmal war," betont er. Mit der einseitigen
Fixierung auf mehr Wirtschaftswachstum ist der Arbeitslosigkeit nicht
beizukommen. Die Ursachen der Krise sind vielfach, wir haben es nicht
nur mit einer Finanz- und Wirtschaftskrise zu tun, sondern ebenso mit
einer Energie- und Klimakrise sowie mit einer Ernährungskrise.
(Quelle: "Der Standard")
Die Wachstumsraten früherer Jahre sind nicht mehr erreichbar und aus
ökologischen Gründen auch nicht zu wünschen. "Freihandel und
Wettbewerbsfähigkeit auf Teufel komm raus" führen nicht zur
notwendigen Änderung der Strukturen. An einer größeren Umverteilung
der vorhandenen Arbeit sowie der Einkommen und Vermögen führt kein Weg
vorbei. Wie aber soll es zur Änderung der Machtverhältnisse kommen?
Wer hat politisch die Kraft dazu. Die etablierte Politik mit ihrer
Verflechtung mit der traditionellen Wirtschaft sicher nicht. - Bleiben
letztlich die BürgerInnen und neue politische Bewegungen, um neue Wege
aufzuzeigen und zu gehen.
Georg Hartl