WiF   -  Wiener Forum  - 5.9.2009
EINE STIMME DER VERNUNFT

20 Millionen Autos zu viel!
 
Angesichts einer weltweiten jährlichen Überproduktion von 20 Millionen Autos nicht am notwendigen "Umbau der Produktion" und an der Entwicklung neuer Konsum- und Lebensweisen zu arbeiten, bezeichnet Ulrich Brand als "Realitätsverweigerung."  Die gegenwärtige Wirtschaftskrise nur als Konjunkturkrise zu sehen, greife viel zu kurz, meint der Wiener Univ.-Prof. für Internationale Politik. "Es wird nichts mehr, wie es einmal war," betont er. Mit der einseitigen Fixierung auf mehr Wirtschaftswachstum ist der Arbeitslosigkeit nicht beizukommen. Die Ursachen der Krise sind vielfach, wir haben es nicht nur mit einer Finanz- und Wirtschaftskrise zu tun, sondern ebenso mit einer Energie- und Klimakrise sowie mit einer Ernährungskrise. (Quelle: "Der Standard")
 
Die Wachstumsraten früherer Jahre sind nicht mehr erreichbar und aus ökologischen Gründen auch nicht zu wünschen. "Freihandel und Wettbewerbsfähigkeit auf Teufel komm raus" führen nicht zur notwendigen Änderung der Strukturen. An einer größeren Umverteilung der vorhandenen Arbeit sowie der Einkommen und Vermögen führt kein Weg vorbei. Wie aber soll es zur Änderung der Machtverhältnisse kommen? Wer hat politisch die Kraft dazu. Die etablierte Politik mit ihrer Verflechtung mit der traditionellen Wirtschaft sicher nicht. - Bleiben letztlich die BürgerInnen und neue politische Bewegungen, um neue Wege aufzuzeigen und zu gehen.
 
Georg Hartl

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