Krise als Chance
begreifen
Die Wirtschaftskrise kann auch eine Chance sein, wenn
die Gelder zur Stützung der Konjunktur in die richte Richtung
gelenkt werden.
"Es ist undenkbar, dass man noch und noch Tunnel baut, aber die
Forschung politisch ignoriert," klagt Wolfhard
Wegscheider, Rektor der Montanuniversität. So wie die anderen
Rekotrenkollegen weist er auf katastrophale Zustände an den
Universitäten hin, wo das Universtätsbudget bei weitem nicht
hinreicht, um die Teuerungsrate und die notwenigen zusätzlichen
Leistungen in der Forschung abzugelten. In der Akademie der
Wissenschaften stehen sogar Kündigungen an, weil der "Fonds zur
Förderung der wissenschaftlichen Forschung" die Gehälter nicht
mehr zahlen kann (Quelle: Der Standard).
Geld ausgeben, aber in welche
Richtung?
Während also die Universitäten und andere
Forschungseinrichtungen in Gefahr sind, ihren Betrieb
einschränken zu müssen, werden Millionen
in vorgezogene Infrastrukturprojekte des Bundes, etwa Straßen
und Bahnausbauten gesteckt. Es mag richtig sein, in der Krise
großzügig Geld für die Konjukturbelebung auszugeben, aber doch
nicht wahllos. Der Wechsel von einer auf unendliches Wachstum
und unendliche Ressourcen ausgerichteten Wirtschaft in eine
nachhaltige, muss gerade auch in der Krise forciert werden. Es
genügt nicht, die Wirtschaft irgendwie zu beleben. Man braucht
dazu eine langfristige Perspektive. Abgesehen von der
Umweltproblematik muss doch den Verantwortlichen bewusst sein,
dass Erdöl, Erdgas und auch Uran in ihren Vorkommen nur mehr für
ganz wenige Jahrzehnte reichen und dabei wegen der schwieriger
werdenden Förderung immens teuer werden. Selbst Uran reicht bei
niedrigem Bedarf nur etwa bis 2040. Wollte man alle fossilen
Energieträger durch Atomenergie ersetzen, reichten die Vorräte
nicht einmal bis 2030 (Quelle: Die Furche, 16.1.09). Die Gelder
müssen daher notgedrungen in die Entwicklung erneuerbarer
Energieträger wie Sonne, Wind und Biomasse fließen. Wasserkraft
ist selbst in Österreich bekanntlich nur mehr in kleinem Ausmaß
ausbaubar.
Umstellung konkret angehen!
Wenn nun die österreichischen Zulieferer für die Autoindustrie
mit einer Größenordnung von 170 000 Arbeitsplätzen (direkte und
indirekte) in Schwierigkeiten sind, da der Neuwagenabsatz in der
westlichen Welt um etwa 20 % eingebrochen ist, so können die
Stützung der Betriebe, Kurzarbeit und das Hoffen auf baldige
bessere Zeiten nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Neben
den notwendigen Aktionen als Krisenfeuerwehr muss sofort auch
die Suche nach neuen Erwerbsmöglichkeiten angegangen werden.
Die großen Autohersteller in den USA wie in Europa, haben
offensichtlich die Zeit verschlafen, um sich rechtzeitig
auf kleinere energiesparende Autos umzustellen. Sie befinden
sich nicht in einer vorübergehenden Krise, sondern in einer
langfristigen, wenn sie diese überhaupt meistern. Mit richtig
gelenkter Förderung lassen sich Ersatz-Arbeitsplätze schaffen,
sowohl für hochqualifizierte Kräfte als auch für die zahlreichen
Angelernten in der österreichischen Autobranche. Von der
Forschung und Weiterentwicklung an alternativen Energiequellen
über Energiesparmaßnahmen bis hin zum Bau der gerade z.B. in
Wien notwendigen zusätzlichen Schulen und Kindergärten spannt
sich ein weiter Bogen, in dem zahlreiche Arbeitsplätze
verschiedenster Qualifikation geschaffen werden können. Hier ist
es notwendig, dass wir den Politikern genauer als bisher auf die
Finger schauen, wieviel Millionen Euro in welche Projekte
fließen. Denn in allgemeinen Worten werden sie solchen
Anregungen wohl zustimmen oder behaupten, dies sei ohnedies
gängige Förderpolitik. Sehr oft aber stellt sich aber heraus,
dass nur kleine Beträge etwa in die Weiterentwicklung von
Alternativenergien und Umweltschutzmaßnahmen fließen, während
ein Vielfaches für herkömmliche "Betonprojekte" wie Autobahnen
und Tunnels ausgegeben wird. 2008 zum Beispiel wurden an
Fördermitteln für Fotovoltaikanlagen auf Privathäusern zur
Gewinnung von Elektrizität aus der Sonneneinstrahlung ganze 8
Millionen Euro zur Verfügung gestellt (Quelle:
Wirtschaftsblatt), während für Forschungen an der Atomenergie im
Rahmen des Euratomvertrages mindestens 40 Millionen
österreichischer Steuergelder geflossen sind. Das Interesse an
Förderungen für Fotovoltaikanlagen ist so groß, dass bereits für
die Anträge am ersten Tag der Ausschreibung eine mehr als vier
mal so große Summe benötigt worden wäre...
Georg Hartl
Antworten auf die Aussendung vom 17.1.09:
Sparen, Energieeffizienz
"Mindestens ebensowichtig wie
alternative Energiequellen ist die Nutzung unserer größten
Energieressource, die da heißt "Sparen". Seit mindestens 10
Jahren ist es technisch möglich, Nullenergiehäuser zu bauen,
trotzdem entspricht nur ein kleiner Anteil der Neubauten der
letzten Jahre diesem Standard. Warum? Weil der politische
Wille fehlt! In Österreich und auch anderswo. Die Situation
bei kleinen leichten Elektroautos ist ähnlich. Es gibt sie
schon seit vielen Jahren - sie werden aber kaum gekauft, und
sind dadurch eben auch relativ teuer."
P. G.
Donaustadt
Für
nachhaltige Arbeitsplätze und gegen Verschrottungsprämie
"Derzeit haben wir ja drei große Probleme:
1) Arbeitsplatzverlust durch Weltwirtschaftskrise,
2) Energieabhängigkeit von Öl und Erdgas,
3) Klimawandel
Eine Förderung der Kfz Industrie mit einer
Verschrottungsprämie heißt die Probleme zu prolongieren.
Mit der Verschrottungsprämie werden weder nachhaltige
Arbeitsplätze geschaffen, sondern maximal Vorzieheffekte bei
Fahrzeugkauf. Kfz die eventuell 2010 oder 2011 ausgetauscht
geworden wären finden nun 2009 Käufer. und wer kauft 2010 und
2011 und später? Die Autos halten auch länger als früher.
Dadurch gibt es Überkapazitäten in der Kfz Industrie.
Eine Verschrottungsprämie löst weder das CO² Problem noch
sichert es nachhaltig Arbeitsplätze.
Warum keine Verschrottungsprämie auf alte Kühlschränke,
Gefrierschränke, usw...
Warum keine Verschrottungsprämie für den Austausch der 860.000
Ölkessel die in Österreich betrieben werden?
Warum keine Verschrottungspämie für LKW Stinker? Der Effekt
eine größere Wirkung weil LKWs 10mal mehr ausstoßen als PKW.
Jeder EURO sollte so investiert werden, dass es nachhaltige
positive Auswirkungen auf den Klimawandel schafft, die
Abhängigkeit von Öl und Erdgas reduziert und die
Energieversorgung auf nachhaltige erneuerbare Ressourcen aus
Österreich sicherstellt. Da fällt mir nur Biomasse bzw.
Pellets ein.
Eine andere sinnvolle nachhaltige Investition ist die der
Wärmedämmung: schafft in Österreich Arbeitsplätze, reduziert
die Abhängigkeit von Öl und Gas weil später weniger verbraucht
wird und hat positiven Effekt auf den Klimawandel.
Jeder EURO sollte so investiert werden dass nachhaltig
mindestens 2 der 3 Problem nachhaltig gelöst werden."
G. M.
Donaustadt
Danke für die Beiträge!
Weitere sind herzlich
willkommen. Diese werden nur mit abgekürztem bzw. veränderten
Namen widergegeben, es sei denn, jemand erlaubt ausdrücklich
die Widergabe seines Namens.
Freundliche Grüße,
Georg Hartl