WiF   -  Wiener Forum  -  5.1.2008

Zur Erinnerung: Feinstaub
 
Der Grenzwert (Tagesmittelwert) für die Belastung der Luft mit Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf pro Jahr an maximal 30 Tagen überschritten werden (EU-Richtlinie).
 
Seit mehr als zwei Wochen werden in Wien permanent die Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Im Jahr 2007 war zwar die Wiener Luftqualität insgesamt etwas besser als 2006, aber dennoch jenseits der Grenzwerte. Von der Messstelle Stadlau wurden an 35 Tagen Überschreitungen des Grenzwertes festgestellt. Schlechter ist es an den Meßstellen Rinnböckstraße (43 Tage), Liesing (50 Tage) und Taborstraße mit Grenzwertüberschreitungen an 67 Tagen. Ursache für die leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr war hauptsächlich die günstige Witterung mit weniger Tiefdruckwetter, weniger Schnee und damit weniger Streumittel auf der Straße, relativ milde Wintertemperaturen und damit weniger Heizung etc.
 
Konsequenzen?
Dass in Österreich laut WHO-Angaben jährlich rund 2400 Menschen an jenen Leiden sterben, die durch Feinstaub verursacht werden, ist hinlänglich bekannt. Aber wie bereits zur traurigen Routine geworden, sträuben sich die Stadtpolitiker von Wien, Granz und anderen betroffenen Städten gegen Forderungen des Verkehrsclubs und anderer verantwortungsbewußter Organisationen und Leute, über wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu reden. Citymaut, die in anderen europäischen Großstädten Verkehrsentlastungen in der Größenordnung von 20% gebracht hat, wird hierzulande rundweg abgelehnt.
 
Vor der geplanten zukünftigen Masse des Verkehrs in und durch Wien verschließen die Herrschaften ohnedies beharrlich die Augen. Wenn wir bei guter Witterung mit der gegenwärtigen Verkehrsbelastung jenseits der Grenzwerte liegen, was blüht uns dann an Gesundheitsschäden wenn infolge der geplanten Nordostumfahrung und des Lobautunnels weitere 50 000 bis 100 000 Fahrzeuge pro Tag dazukommen im Raum Wien?
 
Georg Hartl
 
Quellen: 
Verkehrsclub Österreich: http://www.vcoe.at/start.asp?b=92&ID=3895
Gemeinde Wien, Tagesberichte über die Luftqualität:  http://www.wien.gv.at/ma22/lgb/lufttb.htm

Hinweise:
2 besonders interessante Veranstaltungen der Agenda 21 im 9. Bezirk:

Di., 29. Jänner 2008, 18.30-20.30 Uhr

Warum uns die "Grenzen des Wachstums" nicht weh tun (müssen)

Dr. Friedrich Hinterberger, SERI - Sustainable Europe Research Institute

Löst wirtschaftliches Wachstum unsere Probleme (wie Arbeitslosigkeit, steigende Armut, Umweltverbrauch und -verschmutzung) oder verursacht es diese Probleme erst? Unter welchen Bedingungen ist ein geringeres Wachstum des materiellen Wohlstands für Menschen in den „reichen“ Teilen der Welt akzeptabel?

 

Di.,  19. Februar 2008, 18.30-20.30 Uhr

Verbaute Zukunft?

O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerlind Weber, Universität für Bodenkultur, Wien

Durch sorglose Entscheidungen in der Raumplanung werden Österreichs Kulturlandschaften immer mehr zersiedelt und Raubbau am nicht erneuerbaren Boden betrieben. Ein Blick in die Zukunft macht deutlich, wie schwer damit nachfolgende Generationen belastet werden.


Für den 22. Bezirk - Busspur:

Die unlängst überraschend durchgeführte Ausdehnung der Busspur zwischen Aspern und Eßling auf 24 Stunden am Tag bringt uns Benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel so gut wie nichts. Viel wichtiger wäre unsere alte Forderung nach mehr Bussen zu den Spitzenzeiten zu erfüllen. Es würden sicher noch mehr Verkehrsteilnehmer den Bus statt dem Auto benutzen, wenn die Busse für die morgendliche Fahrt nach Kagran nicht bereits in Eßling voll wären. - Bitte, wenden auch Sie sich an den Bezirksvorsteher und an die Wiener Linien! - post@b22.magwien.gv.at  -   kundendienst@wienerlinien.co.at


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