WiF   -  Wiener Forum  -  28. 10. 07

Außer Spesen...?
Sieht man das geringe Medienecho auf den Vortrag von Nobelpreisträger Al Gore vom 24. Oktober in Wien, so könnte man tatsächlich zum Schluss kommen, es sei "außer Spesen nichts gewesen." Diese waren nämlich - die genauen Zahlen werden gut gehütet - nicht gering, was das Problem der Mobilkom Austria ist, besser gesagt ihrer Kundschaften, die unter anderem mit ihren Handyrechnungen dieses Event finanzieren. Tatsächlich hat Al Gore sich nicht gerade medienfreundlich verhalten. Was dennoch über Presseaussendungen der Mobilkom bekannt wurde, beinhaltet neben bekannten Fakten über die dramatisch bedrohliche Klimaentwicklung auch ein paar praktische Vorschläge zur Senkung des CO2-Ausstoßes und deren Umsetzung: "Mobile Kommunikation und Breitband-Internet sind Teil einer grundsätzlichen
Lösung des Problems. Wir haben alles, was wir brauchen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, was dazu nötig ist, ist nur der politische Wille," erklärte der ehemalige US-Vizepräsident.
 
Videokonferenzen statt Flugreisen
Im Auftrag der Mobilkom untersuchten der Verkehrsklub Österreich und das Marktforschungsinstitut market das Moblitätsverhalten der österreichischen ManagerInnen und stellten fest, dass 5 bis 30% der Geschäftsreisen per Flugzeug durch Videokonferenzen eingespart werden könnten. Weitere Einsparungspotentiale liegen u.a. in einem Umstieg von Rechnungen auf Papier zu Online-Rechnungen sowie im verstärkten Einsatz von Teleworking. Auch falls jeder Arbeitnehmer, insbesondere  Pendler, durchschnittlich nur einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeitet, bringt dies eine spürbare Einsparung an Straßenkilometern und damit an CO2-Emissionen.
 
Geschäft mit Klimaschutz?
Mit einem besonders ausgebauten Angebot an Breitband-Internet für Videokonferenzen etc. zügig ins Geschäft zu kommen, mag eines der Motive von Mobilkomchef Boris Nemsic für die Einladung an Al Gore gewesen sein. Es scheint sich ein interessantes Beispiel zu entwickeln, wie Klimaschutz bei weiterem technischen Fortschritt und wirtschaftlichem Erfolg funktionieren kann.
 
Und Österreich?
Eine Riege von Prominenz, darunter auch einige Mitglieder der Bundesregierung, hat Al Gore applaudiert. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer durfte auch unter vier Augen mit ihm konferieren. Was ist das Ergebnis? Derzeit hängt er wie die ganze Regierung immer noch einem Verkehrskonzept an, wie es vor 40 Jahren aktuell war, nämlich einen Tunnel unter der Lobau und einen Autobahnring um Wien zu bauen. - Und das alles gegen bessere wissenschaftliche Erkenntnis, wie sie z. B. and er Technischen Universität Wien gewonnen wird.
 
Georg Hartl

 
Hinweise:
 
Presseaussendung der Mobilkom vom 25.10.2007  
Mehr als 1.000 Gäste folgten der Einladung von mobilkom austria zum mobile.futuretalk 07 mit Al Gore
http://www.mobilkomaustria.com/CDA/frameset/start_frame/0,3149,892-892-html-de,00.html
 
Presseaussendung der Mobilkom vom 23.10.2007 
Al Gore in Wien: mobilkom austria Studien zeigen hohes Potenzial der IKT-Branche zur CO2-Reduktion
http://www.mobilkomaustria.com/CDA/frameset/start_frame/0,3149,892-892-html-de,00.html

Kommen Sie zur Veranstaltung von Global 2000, Greenpeace, BI Marchfeld - Groß Enzersdorf (BIM), BI „Rettet die Lobau“, Bignot, Umweltbüro Virus u.a.:
Transithölle verhindern & Lebensqualität retten!  Ein Jahr nach der Lobaubesetzung – Der Widerstand geht weiter!
Do, 1. Nov. 2007, ab 16.00 Uhr
Groß Enzersdorf 
http://www.s1-bim.at/


Zur Abwechslung ein Hinweis auf ein kulturelles Ereignis:

Theater in Eßling: Der Bauer als Millionär
9. - 11. und 15. - 17. November
http://essling.at/pfarre/gruppen/theater.html

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