Außer Spesen...?
Sieht man das geringe Medienecho auf den Vortrag von Nobelpreisträger Al
Gore vom 24. Oktober in Wien, so könnte man tatsächlich zum Schluss
kommen, es sei "außer Spesen nichts gewesen." Diese waren nämlich - die
genauen Zahlen werden gut gehütet - nicht gering, was das Problem der
Mobilkom Austria ist, besser gesagt ihrer Kundschaften, die unter
anderem mit ihren Handyrechnungen dieses Event finanzieren. Tatsächlich
hat Al Gore sich nicht gerade medienfreundlich verhalten. Was dennoch
über Presseaussendungen der Mobilkom bekannt wurde, beinhaltet neben
bekannten Fakten über die dramatisch bedrohliche Klimaentwicklung auch
ein paar praktische Vorschläge zur Senkung des CO2-Ausstoßes und deren
Umsetzung: "Mobile Kommunikation und Breitband-Internet sind Teil einer
grundsätzlichen
Lösung des Problems. Wir haben alles, was wir brauchen, um den
Klimawandel in den Griff zu bekommen, was dazu nötig ist, ist nur der
politische Wille," erklärte der ehemalige US-Vizepräsident.
Videokonferenzen statt Flugreisen
Im Auftrag der Mobilkom untersuchten der Verkehrsklub Österreich und das
Marktforschungsinstitut market das Moblitätsverhalten der
österreichischen ManagerInnen und stellten fest, dass 5 bis 30% der
Geschäftsreisen per Flugzeug durch Videokonferenzen eingespart werden
könnten. Weitere Einsparungspotentiale liegen u.a. in einem Umstieg von
Rechnungen auf Papier zu Online-Rechnungen sowie im verstärkten Einsatz
von Teleworking. Auch falls jeder Arbeitnehmer, insbesondere
Pendler, durchschnittlich nur einen Tag pro Woche von zu Hause aus
arbeitet, bringt dies eine spürbare Einsparung an Straßenkilometern und
damit an CO2-Emissionen.
Geschäft mit Klimaschutz?
Mit einem besonders ausgebauten Angebot an Breitband-Internet für
Videokonferenzen etc. zügig ins Geschäft zu kommen, mag eines der Motive
von Mobilkomchef Boris Nemsic für die Einladung an Al Gore gewesen sein.
Es scheint sich ein interessantes Beispiel zu entwickeln, wie
Klimaschutz bei weiterem technischen Fortschritt und wirtschaftlichem
Erfolg funktionieren kann.
Und Österreich?
Eine Riege von Prominenz, darunter auch einige Mitglieder der
Bundesregierung, hat Al Gore applaudiert. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
durfte auch unter vier Augen mit ihm konferieren. Was ist das Ergebnis?
Derzeit hängt er wie die ganze Regierung immer noch einem
Verkehrskonzept an, wie es vor 40 Jahren aktuell war, nämlich einen
Tunnel unter der Lobau und einen Autobahnring um Wien zu bauen. - Und
das alles gegen bessere wissenschaftliche Erkenntnis, wie sie z. B. and
er Technischen Universität Wien gewonnen wird.
Georg Hartl
Hinweise:
Presseaussendung der Mobilkom vom 25.10.2007
Mehr als 1.000 Gäste folgten der Einladung von mobilkom
austria zum mobile.futuretalk 07 mit Al Gore
Presseaussendung der Mobilkom vom 23.10.2007
Al Gore in Wien: mobilkom austria Studien zeigen hohes Potenzial der
IKT-Branche zur CO2-Reduktion
Kommen Sie zur Veranstaltung von Global 2000, Greenpeace, BI
Marchfeld - Groß Enzersdorf (BIM), BI „Rettet die Lobau“, Bignot,
Umweltbüro Virus u.a.:
Transithölle verhindern & Lebensqualität retten! Ein Jahr nach
der Lobaubesetzung – Der Widerstand geht weiter!
Do, 1. Nov. 2007, ab 16.00 Uhr
Groß Enzersdorf
http://www.s1-bim.at/
Zur Abwechslung ein Hinweis auf ein kulturelles Ereignis:
Theater in Eßling: Der Bauer als Millionär
9. - 11. und 15. - 17. November