PRESSEAUSSENDUNG
Besetzung der Lobau beendet, aber
keine Lösung in Sicht
Kaum ist die Besetzung der Lobau beendet, sprechen die Wiener
Stadtpolitiker Schicker und Häupl gnädig über die Aubesetzer und die "gute
Lösung" von der Besetzung zum "runden Tisch" zu kommen. Dieser
wurde ursprünglich gleich für Jänner in Aussicht gestellt, nun spricht
Schicker bereits von Juni. Die nicht vorhandene Ernsthaftigkeit, der
Vereinbarung, die zwischen Aubesetzern, Asfinag und Gemeinde Wien
geschlossen wurde, spricht auch aus Schickers Presseaussendung vom 18.
Dezember, in der er einerseits den "von Bürgermeister Häupl vorgezeigten
'Wiener Weg' des Dialoges" in höchsten Tönen preist und gleichzeitig unter
den rasch zu realisierenden Infrastrukturmaßnahmen auch den "Regionenring"
aufzählt, zu dem bekanntlich der Lobautunnel gehört.
Dialog - was ist das?
Von einem Weg des Dialogs, der zur Auflösung der Besetzung geführt hätte,
kann keine Rede sein. Offenbar ist die Sache auf höchster Ebene mit den
beiden großen Umweltorganisationen Greenpeace und Global 2000
"ausgepackelt" worden. Die beteiligten Bürgerinitiativen sahen sich
gezwungen, mit aufzugeben, wenn nicht deren Verantwortliche persönlich mit
Schadenersatzforderungen von jeweils 103 000 € übrig bleiben wollten.
Greenpeace und Global 2000 hatten die Bedingungen der Asfinag und der
Gemeinde Wien bereits unterschrieben, bevor sie noch den an der Aktion
gleichberechtigt mitwirkenden Bürgerinitiativen "Bignot", "Rettet die
Lobau" und "Virius" vorgelegt wurden. Kritik gilt also den "Großen,"
während gut verständlich ist, dass die Bürgerinitiativen dieser Erpressung
nicht stand halten konnten.
Wie geht's weiter?
Die Hinnahme der Probebohrungen durch die Bürgerinitiativen bedeutet
keinesfalls eine Zustimmung zum Lobautunnel und zur Nordostumfahrung. Die
Verhandlungen am "runden Tisch" oder auch "Verkehrsgipfel" genannt, sind
nun bestmöglich zu nutzen. So sollen etwa hochkarätige
unabhängige Umwelt-Fachleute als Experten beigezogen werden, die auf die
Erhaltung der Luftgüte in der Ostregion dringen. Alleine dadurch wäre bei
seriöser Verhandlung das Projekt bereits gründlich in Frage gestellt.
Aber, sind von Asfinag und Gemeinde Wien seriöse Verhandlungen zu
erwarten?
Was tun?
Durch die Au-Besetzung ist zumindest das Interesse an der
Verkehrsproblematik wiederum geweckt worden. Die Diskussion über Sinn und
Unsinn der geplanten Autobahnen muss durch Aufklärung und
Öffentlichkeitsarbeit weitergeführt werden. Insbesondere gilt es, den in
letzter Zeit von der Gemeinde Wien in ihren Inseraten verbreiteten Lüge
entgegen zu treten, der Lobautunnel sei notwendig um die Südosttangente zu
entlasten. Insbesondere von Stadtrat Schicker wird dies immer wieder
behauptet. Dass dies so gut wie nicht (nur um ca. 5 %) der Fall sein wird,
sagte selbst die Asfinag schon vor Langem. Ebenso verlogen ist die
Behauptung, der Lobautunnel, beeinträchtige die Lobau "in keinster Weise."
Abgase und eine Störung der Grundwasserströme beim Auf- bzw. Abtauchen des
Tunnels sind das Mindeste, was sicher ist. Verlogener Weise wurden auf den
Skizzen in teuren, um unser Steuergeld geschalteten Inseraten, die beiden
jeweils 30 Meter hohen Abgastürme, die am Rande des Nationalparks und der
Siedlungsgebiete die Abgase von 8,5 Kilometer Autobahn ausblasen,
weggelassen. Dass die Ortskerne von Essling, Aspern und das gesamte
Straßennetz des 22. Bezirks durch die Autobahn nicht entlastet wird, sagt
auch der "Monitoring-Bericht zur SUPer NOW" (
www.wienerforum.at - Dokumente).
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit diesen Aussichten auf weitere mühsame aber
spannende verkehrspolitische Arbeit darf ich Ihnen ein frohes, glückliches
Weihnachtsfest wünschen, verbunden mit der Vision und Hoffnung auf eine
gerechtere, ehrlichere und friedvollere Welt.
Danke für Ihr Interesse, all Ihre Antworten im vergangenen Jahr. Ich
hoffe, dass Sie uns auch 2007 verbunden bleiben und wünsche Ihnen ein
erfolgreiches Jahr!
Am Dienstag, 9. 1. 2007, 19.00
Uhr, findet die nächste
MitarbeiterInnen-Besprechung des Wiener Forums statt.
Ort: Pizzeria Fantastica, Wagramerstr. 154.
Auch Gäste sind herzlich willkommen, dort ihre Vorschläge einzubringen.
Es geht um:
- Anlyse der bisherigen Entwicklung, um den Lobautunnel
- die gegenwärtige Situation
- mögliche weitere Entwicklung und was wir vom WiF aus unternehmen
dazu.
Freundliche Grüße,
Georg Hartl