WiF - Wiener Forum - 24.6.2006
Hintergründe - Verkehrspolitik
Zusammenhänge
Man muss das Projekt Lobau-Autobahn im nationalen und europäischen
Zusammenhang sehen. Die S1ist ja Teil einer internationalen Transitautobahn,
die von Danzig bis zur Adria gehen soll. Der Nordosten von Österreich soll,
wenn es nach den Planern und Politikern geht, durchzogen werden von einem
großen, dichten Netz an Autobahnen. Kaum jemand sieht diese Zusammenhänge
- bei den offiziellen Informationsveranstaltungen der Asfinag werden diese
wohlweislich unterschlagen. Ebenso unbeachtet und unerwähnt bleiben
Tatsachen wie: Warum plant Österreich in Feinstaubsanierungsgebieten so
viele Autobahnen? Wie soll Österreich jemals seine
Klimaschutzverpflichtungen erfüllen, wenn der Verkehr regelrecht
gefördert wird? Welche wirtschaftlichen Folgen wird es in Zukunft haben,
wenn Österreich weiterhin auf eine Politik der Straßen/des Erdöls setzt
(Stichwort Peak-Oil)? Und: Österreichs Straßenbau ist mittlerweile genau
genommen unfinanzierbar.
Gehirnwäsche-Kampagne
Gekämpft wird mit äußerst unfairen Mitteln! Die Stadt Wien
schaltet seit vielen Wochen massenhaft Inserate in allen Printmedien, in
denen ganz gezielt Falschinformationen zu diesem Projekt transportiert
werden (nachzulesen unter www.s1-bim.at
--> "Gehirnwäsche-Kampagne" und
unter
http://www.global2000.at/pages/lobauinserate.htm), in denen
wichtige Faktoren einfach unterschlagen werden und manipuliert so
Menschen, die sich bisher nicht oder kaum mit dem Projekt beschäftigt
haben. Häupl gaukelt hier auf Kosten der Steuerzahler (!!!) eine
Verkehrsentlastung für Wien vor, die sich durch keine Untersuchungen
belegen lassen. Ganz im Gegenteil!
Belastung statt Entlastung
Im (nicht veröffentlichten - warum wohl?) Monitoring-Bericht zur
SUPer
NOW sagen sogar Experten der Stadt Wien etwas ganz anderes:
„Mit solch einer Korridorführung sind massive negative
Auswirkungen auf
die verkehrliche Entwicklung im 22. Bezirk zu erwarten und der Trend
eines Speckgürtels an der Stadtgrenze durch eine dezentrale
Siedlungsentwicklung wird verstärkt werden, (...) Dadurch ist auch nicht
zu erwarten, dass die Zunahme der Verkehrsleistungen des motorisierten
Individualverkehrs verringert werden kann, sondern es wird vielmehr mit
einer starken Zunahme zu rechen sein. (...) Die alten Stadtkerne von
Aspern und Essling werden nicht wirklich entlastet, sondern es ist eher
zu befürchten, dass es vielmehr zu teilweise Verlagerung des Verkehrs
auf die Ortskerne kommt. Ungelöst ist auch die Situation des
Biberhaufenweges, der im Falle einer Anschlussstelle an die A22 mit
massiver Verkehrsbelastung zu rechnen hat." (Seite 17)
Margit Huber, BIM