Gegen besseres Wissen und Gewissen
Es ist nachgewiesen und allen bekannt: Der Bau der Lobauautobahn
bringt gravierende Schädigungen der menschlichen Gesundheit und der
Natur. Im Verkehr besteht auch nicht annähernd Kostenwahrheit, daher ist
die geplante Milliardeninvestition für Autobahnen unter der Lobau und um
Wien gegen die marktwirtschaftliche Vernunft. Trotzdem halten die
verantwortlichen Politiker daran fest und beteuern gleichzeitig für den
Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel zu sein. So geschehen in der
"Standard Debatte" zum Thema "Verkehrshölle Ost - gibt es Alternativen zum
Verkehr?" am 19. September 2006
Wann kommt Kostenwahrheit?
Der PKW-Verkehr bringe dem Staat nur ca. 36 Prozent der Kosten durch
Steuern und Maut (LKW nur 27 %), erklärte Prof. Gerd Sammer von der
Universität für Bodenkultur. Auf die Frage, ob wir die Lobauautobahn und
den Ring um Wien brauchen, meint Sammer, wenn man bei der politischen
Festlegung gegen die Kostenwahrheit im Verkehr bleibt, dann seien diese
Autobahnprojekte notwendig. Würde man mittels Maut oder
Mineralölsteuern Kostenwahrheit anstreben, wären sie in Frage zu stellen.
Als praktischen Lösungsansatz sieht er die Einführung einer
flächendeckenden Maut für alle Fahrzeuge und nicht einer Citymaut.
Umweltkatastrophe ist abwendbar, wenn man
will
Die Grenzwerte für Feinstaub, Stickoxide und Treibhausgase werden laut
Georg Rebernig vom Umweltbundesamt regelmäßig überschritten. Auch die
Lärmbelästigung wird immer unerträglicher durch das wachsende
Verkehrsaufkommen. Für die Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt
bedeuten vor allem die vielen Straßen von Wien ins Umland eine große
Gefährdung, man müsse Maßnahmen dagegen setzen. Rbernig zeigt an Hand von
Beispielen auf, dass Veränderungen zum Besseren möglich sind. So ist es
immerhin gelungen Treibstoff ohne Blei zu verwenden und den
Schwefelausstoß so weit zu reduzieren, dass heute der "saure Regen" keine
Bedrohung für die Natur mehr darstellt.
Stadtrat Schicker putzt sich ab
Als Wiener Verkehrsstadtrat beteuert Rudi Schicker wiederholt, wie wichtig
ihm der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist. Auf seinen Einsatz für
Kostenwahrheit im Verkehr angesprochen, weist er lakonisch darauf hin,
dass die Lobauautobahn vom Bund bezahlt wird und ihn diese Kosten daher
nichts angehen. Er kümmere sich ausschließlich im Wiener
Budgetangelegenheiten. Von einer Gesamtverantwortung für Mensch und Umwelt
ist da nichts zu merken. Das einzig Positive aus Donaustädter Sicht ist,
dass er auf massives Drängen von mehreren Seiten versprochen hat, für eine
Verstärkung der Buslinie 26 A einzutreten.
Georg Hartl
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Hinweise:
Neues zum Fluglärm, UVP für dritte Piste etc.