WiF   -  Wiener Forum  -  30.9.2006


PRESSEAUSSENDUNG
 
Gegen besseres Wissen und Gewissen 
Es ist nachgewiesen und allen bekannt: Der Bau der Lobauautobahn bringt gravierende Schädigungen der menschlichen Gesundheit und der Natur. Im Verkehr besteht auch nicht annähernd Kostenwahrheit, daher ist die geplante Milliardeninvestition für Autobahnen unter der Lobau und um Wien gegen die marktwirtschaftliche Vernunft. Trotzdem halten die verantwortlichen Politiker daran fest und beteuern gleichzeitig für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel zu sein. So geschehen in der "Standard Debatte" zum Thema "Verkehrshölle Ost - gibt es Alternativen zum Verkehr?" am 19. September 2006
 
Wann kommt Kostenwahrheit?
Der PKW-Verkehr bringe dem Staat nur ca. 36 Prozent der Kosten durch Steuern und Maut (LKW nur 27 %), erklärte Prof. Gerd Sammer von der Universität für Bodenkultur. Auf die Frage, ob wir die Lobauautobahn und den Ring um Wien brauchen, meint Sammer, wenn man bei der politischen Festlegung gegen die Kostenwahrheit im Verkehr bleibt, dann seien diese Autobahnprojekte notwendig. Würde man mittels Maut oder Mineralölsteuern Kostenwahrheit anstreben, wären sie in Frage zu stellen. Als praktischen Lösungsansatz sieht er die Einführung einer flächendeckenden Maut für alle Fahrzeuge und nicht einer Citymaut.
 
Umweltkatastrophe ist abwendbar, wenn man will
Die Grenzwerte für Feinstaub, Stickoxide und Treibhausgase werden laut Georg Rebernig vom Umweltbundesamt regelmäßig überschritten. Auch die Lärmbelästigung wird immer unerträglicher durch das wachsende Verkehrsaufkommen. Für die Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt bedeuten vor allem die vielen Straßen von Wien ins Umland eine große Gefährdung, man müsse Maßnahmen dagegen setzen. Rbernig zeigt an Hand von Beispielen auf, dass Veränderungen zum Besseren möglich sind. So ist es immerhin gelungen Treibstoff ohne Blei zu verwenden und den Schwefelausstoß so weit zu reduzieren, dass heute der "saure Regen" keine Bedrohung für die Natur mehr darstellt.
 
Stadtrat Schicker putzt sich ab
Als Wiener Verkehrsstadtrat beteuert Rudi Schicker wiederholt, wie wichtig ihm der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist. Auf seinen Einsatz für Kostenwahrheit im Verkehr angesprochen, weist er lakonisch darauf hin, dass die Lobauautobahn vom Bund bezahlt wird und ihn diese Kosten daher nichts angehen. Er kümmere sich ausschließlich im Wiener Budgetangelegenheiten. Von einer Gesamtverantwortung für Mensch und Umwelt ist da nichts zu merken. Das einzig Positive aus Donaustädter Sicht ist, dass er auf massives Drängen von mehreren Seiten versprochen hat, für eine Verstärkung der Buslinie 26 A einzutreten.
 
Georg Hartl
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Hinweise:
 
Neues zum Fluglärm, UVP für dritte Piste etc.
http://www.fluglaerm.at/
 
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