Harte Auseinandersetzungen über die Verschlechterung der Lebensqualität in
Groß-Enzersdorf und im 22. Bezirk Wiens durch den Bau des Lobautunnels und
der Nordostumfahrung Wiens
Nichts Neues und keine Zugeständnisse für besorgte Bürger brachte die
Planungsausstellung der Asfinag am 10. März in der Schule Simonsgasse, Wien
22, Eßling. Zahlreiche, etwa 500, Groß-Enzersdorfer und Eßlinger waren der
Einladung gefolgt. Forderungen, den Entlüftungsturm am Rande der Lobau mit
Filtern zu versehen, wurden als unnötig abgetan. Dabei werden dort die
Abgase samt Feinstaub aus dem 8,5 km langen Lobautunnel in die Luft
geblasen. 20 bis 30 Meter soll der Turm hoch werden - nicht gerade ein
schönes Wahrzeichen für Groß-Enzersdorf und Eßling - und somit für eine
möglichst großflächige Verteilung der Schadstoffe über ein ohnedies bereits
stark belastetes Gebiet sorgen.
Sparen auf Kosten der Gesundheit
Will man schon kein Geld für Filter locker machen, knausert man auch noch
mit Einhausungen der Autobahn, die wenigstens ein wirksamer Lärmschutz
wären. Wenn es schon gegen den Willen der Anrainer diese Autobahn entlang
der Stadtgrenze gebaut wird, so verlangen viele im Anschluss an den
Lobautunnel, etwa vom Autokino Groß-Enzersdorf wenigstens bis auf Höhe der
Niklas Eslarn Straße eine Einhausung und dort die erste Auf- und Abfahrt. Im
Gegensatz dazu plant die Asfinag nur bis auf Höhe Gartenheimstraße eine
Volleinhausung und bereits dort eine Auf- und Abfahrt.
Was bringt die Nordosttangente für Groß-Enzersdorf und Eßling?
Die Antworten auf die Frage nach dem Vorteil der geplante Autobahn sind
völlig widersprüchlich. Von Entlastung der Ortskerne Eßling und Aspern wird da
gerne gesprochen. Garantieren kann das niemand. Die Berechnungen beruhen auf
völlig wackeligen Annahmen. Sicher ist, dass so eine Autobahn zusätzlichen
Verkehr generiert. Das weiß man spätestens seit den Berechungen von Prof.
Knoflacher von der Technischen Universität. Bereits derzeit
wichtige Verkehrsadern des 22. Bezirkes wie die Eßlinger Hauptstraßen,
Groß-Enzersdorfer- und Erzherzog Karl Straße sowie der Biberhaufenweg
bekommen Autobahn-Zubringerfunktion. Dann fahren weniger Prozent des
Gesamtverkehrs durch die Orte, aber durch das gestiegene Verkehrsaufkommen
sogar eine größere Anzahl als jetzt. Zu bedenken ist schließlich der Strom
an Transitverkehr, der mit dieser Autobahn in unseren Raum geholt wir. Dass
die Luftqualität und damit die Lebensqualität durch zusätzliche 60 000 oder
mehr Autos pro Tag nur wesentlich schlechter werden kann als sie jetzt schon
ist, kann niemand bestreiten. Insgesamt also eine Reihe von Nachteilen, über
die nicht diskutiert wurde, sondern, die den Bürgern als große
Errungenschaft aufgeschwatzt werden sollten durch diese Planungsausstellung.
Georg Hartl
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