WiF  - Wiener Forum - 1.4. 2006

Keine Antworten auf die Sorgen der Bürger

Harte Auseinandersetzungen über die Verschlechterung der Lebensqualität in Groß-Enzersdorf und im 22. Bezirk Wiens durch den Bau des Lobautunnels und der Nordostumfahrung Wiens
 
Nichts Neues und keine Zugeständnisse für besorgte Bürger brachte die Planungsausstellung der Asfinag am 10. März in der Schule Simonsgasse, Wien 22, Eßling. Zahlreiche, etwa 500, Groß-Enzersdorfer und Eßlinger waren der Einladung gefolgt.  Forderungen, den Entlüftungsturm am Rande der Lobau mit Filtern zu versehen, wurden als unnötig abgetan. Dabei werden dort die Abgase samt Feinstaub aus dem 8,5 km langen Lobautunnel in die Luft geblasen. 20 bis 30 Meter soll der Turm hoch werden - nicht gerade ein schönes Wahrzeichen für Groß-Enzersdorf und Eßling - und somit für eine möglichst großflächige Verteilung der Schadstoffe über ein ohnedies bereits stark belastetes Gebiet sorgen.
 
Sparen auf Kosten der Gesundheit
Will man schon kein Geld für Filter locker machen, knausert man auch noch mit Einhausungen der Autobahn, die wenigstens ein wirksamer Lärmschutz wären. Wenn es schon gegen den Willen der Anrainer diese Autobahn entlang der Stadtgrenze gebaut wird, so verlangen viele im Anschluss an den Lobautunnel, etwa vom Autokino Groß-Enzersdorf  wenigstens bis auf Höhe der Niklas Eslarn Straße eine Einhausung und dort die erste Auf- und Abfahrt. Im Gegensatz dazu plant die Asfinag nur bis auf Höhe Gartenheimstraße eine Volleinhausung und bereits dort eine Auf- und Abfahrt. 
 
Was bringt die Nordosttangente für Groß-Enzersdorf und Eßling?
Die Antworten auf die Frage nach dem Vorteil der geplante Autobahn sind völlig widersprüchlich. Von Entlastung der Ortskerne Eßling und Aspern wird da gerne gesprochen. Garantieren kann das niemand. Die Berechnungen beruhen auf völlig wackeligen Annahmen. Sicher ist, dass so eine Autobahn zusätzlichen Verkehr generiert. Das weiß man spätestens seit den Berechungen von Prof. Knoflacher von der Technischen Universität. Bereits derzeit wichtige Verkehrsadern des 22. Bezirkes wie die Eßlinger Hauptstraßen, Groß-Enzersdorfer- und Erzherzog Karl Straße sowie der Biberhaufenweg bekommen Autobahn-Zubringerfunktion. Dann fahren weniger Prozent des Gesamtverkehrs durch die Orte, aber durch das gestiegene Verkehrsaufkommen sogar eine größere Anzahl als jetzt. Zu bedenken ist schließlich der Strom an Transitverkehr, der mit dieser Autobahn in unseren Raum geholt wir. Dass die Luftqualität und damit die Lebensqualität durch zusätzliche 60 000 oder mehr Autos pro Tag nur wesentlich schlechter werden kann als sie jetzt schon ist, kann niemand bestreiten. Insgesamt also eine Reihe von Nachteilen, über die nicht diskutiert wurde, sondern, die den Bürgern als große Errungenschaft aufgeschwatzt werden sollten durch diese Planungsausstellung.
 
Georg Hartl

[zurück]