WiF - Wiener Forum - 27. 2. 2006
Können wir das Klimaproblem begraben?
Literatur-Review Klimaproblematik. Autor: Robert H. Socolow, Princeton University, New Jersey. Spektrum der Wissenschaft März 2006, www.spectrum.de
Statt das Treibhausgas Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht, einfach in die Luft zu blasen, könnte man es in die Erde pumpen, um eine Erwärmung der Erdatmosphäre zu verhindern. Mehr noch: Wenn man die Stromerzeugung aus Biomasse mit der CO2-Abtrennung kombiniert, wird im Endeffekt Kohlendioxid aus der Luft entfernt.
Die dafür nötigen Techniken stehen zur Verfügung und werden vereinzelt auch schon angewandt, allerdings nicht bei Kraftwerken sondern bei der Erdgasförderung, wo CO2 aus Erdgas abgetrennt und in die Erde gepumpt wird.
Ob diese Technologie in Zukunft auch für Kraftwerke eingesetzt wird, liegt weitgehend an den politischen Rahmenbedingungen die den Kraftwerksbetreibern auferlegt werden. Bestimmte Kraftwerkstypen eignen sich nämlich besser für eine CO2-Abtrennung. Da Kraftwerke eine Standzeit von 40-60 Jahren haben, spielt die Einschätzung der zukünftigen Energiepolitik durch die Kraftwerksbetreiber heute beim Bau von neuen Kraftwerken eine entscheidende Rolle.
Natürlich kostet die CO2-Abtrennung auch etwas. Bei Verwendung der optimalen Technologie würde sich aber für den Verbraucher der Strompreis dennoch nicht mehr als 20% erhöhen –einen Beitrag zum Klimaschutz den sich alle leisten könnten.
Kommentar Peter Gärtner:
Es ist völlig klar, dass diese Technologie
keinen sparsamen Umgang mit fossilen Brennstoffen und keine allmähliche
Umstellung auf regenerative Energiequellen ersetzen kann. Allerdings ist der
Klimawandel vermutlich schon so weit fortgeschritten, dass Sparmaßnahmen und
Umstellungsszenarien zu spät und zu langsam kommen. Daher sollten alle
Maßnahmen, die dazu beitragen, den Kohlendioxidausstoß zu verrringern, ernsthaft
geprüft und zügig umgesetzt werden. Was wir brauchen ist eine
CO2-Emissions-Steuer - und ganz allgemein eine Schadstoffsteuer (Methan, Ozon,
Feinstaub,.....) siehe Artikel über nachhaltiges Wirtschaften