WiF - Wiener Forum - 8.10.2005
Brennende Zukunftsfragen auch im Wahlkampf ehrlich ansprechen!
Offener an Bezirksvorsteherin
Renate Winkelbauer:
Sehr geehrte Frau Bezirksvorsteherin! Zu Erst mache ich Sie darauf aufmerksam,
dass Sie meinen offenen Brief vom 18.09.05 bisweilen nicht beantwortet
haben - übrigens wie Ihr Parteikollege Bgm. Michael Häupl.
Dieser Tage habe ich von Ihren WahlwerberInnen ein Flugblatt erhalten mit einem schönen Konterfei von Ihnen. Leider sind die Worte, die Sie an uns DonaustädterInnen richten, völlig enttäuschend. Sei schildern unseren Bezirk in den schönsten Farben, mit "hoher Lebensqualität, Wohnkultur" und einem "großen Freizeit- und Erholungsangebot." Das stimmt zwar für die Gegenwart, nicht aber für die Zukunft, die Sie uns in Aussicht stellen. Sie tun so, als wäre auch in Zukunft alles in bester natürlicher Ordnung, als wäre nirgends eine Autobahn geplant und als hätten wir keinen, viele Bürger schwer belastenden, Fluglärm.
Bedrohungen verschwiegen
Warum verschweigen Sie die brennenden Probleme ganz einfach Im Sinne der
Wahrhaftigkeit wäre es notwendig gewesen, sie wenigstens zu erwähnen.
Schließlich ist die geplante Autobahn unter der Lobau sowie um und zum Teil
durch unseren Bezirk das Gegenteil der notwendigen Entlastung des
Feinstaub-Sanierungsgebietes Donaustadt. Auch die Belastung durch Verkehrslärm
steigt. Die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sind bekannt.
Fluglärm haben wir im östlichen Teil des Bezirkes in einer Stärke, dass man sich im Garten kaum noch unterhalten kann miteinander, dazu kommen Schlafstörungen und Beeinträchtigungen der Gesundheit. Das Flugverkehrsaufkommen ist weiter im Steigen. Eine Entlastung soll laut Flughafen-Mediation in einigen Jahren kommen. Aber was von derartigen Versprechungen der Flughafen-Betriebsgesellschaft zu halten ist, wissen wir aus der Erfahrung mit der Nord-Süd-Piste, wo laut Zusagen vor dem Bau weniger als die Hälfte des jetzigen Flugverkehrs stattfinden sollte.
BürgerInnen im Stich
gelassen
Sie haben - wie Bürgermeister Häupl - uns
BürgerInnen im Stich gelassen. Wir müssen uns selbst herumschlagen mit der
Straßenbaugesellschaft ASFINAG, um vielleicht noch die eine oder andere
Verbesserung beim Bau der Nordostumfahrung zu erreichen. Auch in Sachen Fluglärm
haben Sie uns im Stich gelassen. Sie haben die Verantwortung an das
Mediationsverfahren Flughafen abgeschoben und wir müssen uns selbst mit der
Flughafen-Betriebsgesellschaft herumschlagen, um vielleicht die eine oder andere
kleine Lärm-Entlastung zu erreichen. Kein/e PolitikerIn will wirklich
verantwortlich sein für unsere Lebensqualität.
Verantwortung übernehmen!
Die brennenden Probleme der Donaustadt weiterhin so aus dem Wahlkampf
auszuklammern finde ich unverantwortlich. Dazu haben wir demokratische Wahlen,
dass die BürgerInnen über die anstehenden Zukunftsfragen informiert werden und
ihre Wahlentscheidung nach der Haltung der einzelnen Parteien dazu treffen.
Mag Georg Hartl, Vorsitzender des Wiener Forums