WiF   -  Wiener Forum  -  24.6.2006


PRESSEAUSSENDUNG

Hausaufgabe für den neuen Bezirksvorsteher

 Unmittelbar nach seiner Wahl zum Bezirksvorsteher der Donaustadt am 22. Juni wurden Norbert Scheed die neuesten Ergebnisse der von Georg Hartl auf der Buslinie 26 A (Groß-Enzersdorf - Kagran) durchgeführten Verkehrszählung übergeben. Da ihm die "Weiterentwicklung eines intelligenten modal splits sämtlicher Verkehrsteilnehmer" ein wichtiges Anliegen ist, setzen Esslinger und Asperner Bürger Hoffnungen auf Scheed, dass er bald die notwendigen Maßnahmen verwirklicht.

Seit einigen Monaten kommt es während der morgendlichen Verkehrsspitze (6.00 bis 8.00 Uhr) in den Bereichen Eßling und Stadlau (Haltestelle Konstanziagasse) immer wieder zu längeren Verkehrsstaus, die auch den Autobus massiv behindern. Intervalle von sieben Minuten und Fahrzeiten an die 40 Minuten - statt 25 - von Eßling nach Kagran sind keine Seltenheit. Außerdem sind die Sitzplätze der nach Kagran fahrenden Busse bereits in Eßling voll, ab Aspern werden auch die Stehplätze rar. Der Ruf nach Abhilfe wird daher immer lauter unter den Verkehrsteilnehmern. Als Sofortmaßnahme werden kürzere Intervalle gefordert. Statt der gegenwärtigen fast fünf Minuten sollte ein Drei-Minuten-Intervall eingeführt werden.

Busspuren nutzen!
Die Zählung der von 6.00 bis 8.00 Uhr stadteinwärts fahrenden Fahrzeuge hat ergeben, dass in diesen zwei Stunden heuer um vier (=13 %!) Gelenksbusse weniger geführt werden als vor einem Jahr. Gleichzeitig hat das Verkehrsaufkommen um fast fünf Prozent zugenommen. Die Groteske ist also, dass man einerseits vor ein paar Jahren Verkehrsflächen zu Busspuren gemacht hat und diese jetzt zu wenig nutzt mit der notwendigen Anzahl von Bussen. Viel mehr Verkehrsteilnehmer als offenbar die verantwortlichen Politiker glauben, sind bereit, statt dem eigenen PKW die Busse zu benutzen, sofern sie darin Platz haben und einigermaßen flott zu ihrem Fahrziel kommen. Dies geht aus zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen hervor.

 Steinzeitliche Signaltechnologie
Auffällig ist auch, dass der Bus vor den meisten Ampeln warten muss, während anläßlich des Beschleunigungsprojektes vor fünf Jahren versprochen wurde, dass er sich künftig selbst die Ampeln auf grün schalten kann. Im Zeitalter der Hochtechnologie sind diese veralteten Verkehrslichtsignalanlagen völlig inakzeptabel. Geplant und bis heute nicht umgesetzt ist auch die Beschleunigung bei der Station und Kreuzung Konstanziagasse, wo die Busse oft ein paar Minuten Zeit verlieren. Mit einem kleinen Stück Busspur, das einrichtbar ist, ohne dem fließenden Individualverkehr Platz wegzunehmen und entsprechender Ampelschaltung ist dieses Hindernis zu beseitigen.  

Kostengünstige Maßnahmen
Im Vergleich zu den geplanten Straßenbauten sind die Ausgaben für einige zusätzliche Busse und neue Ampelanlagen unvergleichbar harmlos. Die Kosten sind kein Argument gegen diese Maßnahmen. Der neue Bezirksvorsteher ist am Zug.

 Georg Hartl
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